Von Ägypten bis nach Südtirol

Bockshornklee

Die bräunlichen Samen aus den Hülsen des Bockshornklees werden gleichermaßen von Köchen und Naturheilern geschätzt

Die Herkunft der Redewendung „jemanden ins Bockshorn jagen“ ist unklar - man erzählt zum Beispiel von Verbrechern, die sich früher vor Gericht in Ziegenfelle hüllen mussten oder von dem Gelehrten Marcus Zuerius van Boxhorn, der seine Widersacher mit der bloßen Macht seines Wissens zur Verzweiflung brachte. Mit dem Bockshornklee hat die Redensart mit großer Sicherheit nichts zu tun, wird die Pflanze doch seit jeher nur mit Genuss und Gesundheit in Verbindung gebracht.

Die Bockshornkleesamen, die als Gewürz verwendet werden, befinden sich in den langen Hülsen an den Blättern der Pflanze. Die Form der Hülsen erinnert an die Hörner von Ziegenböcken, daher ihr Name. Neben seinem bemerkenswerten Aroma wird Bockshornklee seit Jahrtausenden nicht nur in der Küche, sondern auch als schmerzstillende Arzneipflanze geschätzt – selbst im Pharaonengrab von Tutenchamun wurden Bockshornkleesamen gefunden.

Vom Lamm-Curry bis zur Südtiroler Brotzeit – Bockshornklee verleiht zahlreichen Länderküchen einen würzigen Aroma-Kick

Eigenschaften

Aroma Würzig mit dezenter Heu-Note
Mission Südtiroler Vinschgauer, Käsegerichte, Lamm-Curry, Indische Curry-Gewürzmischungen, ägyptische und äthiopische Gerichte
Wirkung Entzündungshemmend
Küchentipp Samen vor dem Würzen trocken anrösten, so verfliegen die leichten Bitternoten

 

Die kleinen Samenkörner zeichnen sich durch ein besonders würziges Aroma und einen dezenten Geruch nach Heu aus. Werden die Samen vor dem Würzen trocken angeröstet, verlieren sie ihre leichten Bitternoten. In Öl angeröstet entwickeln sie eine leicht rauchige Note, die wunderbar zu Fleischgerichten passt. Für selbst hergestellte Würzmischungen und zum Backen mit Bockshornklee sollten die Samen unmittelbar vor der Zugabe im Mörser gemahlen werden, da das Pulver sehr schnell an Aroma verliert.

Als Bestandteil verschiedener Currypulver-Mischungen ist Bockshornklee aus der orientalischen Küche nicht wegzudenken. Doch auch einzeln verwendet veredeln die frisch zerstoßenen Samen kräftige Rind- und Lammfleischgerichte der ägyptischen und äthiopischen Küche und verleihen frisch gebackenem Brot ein herrlich kräftiges Aroma. Eine der feinsten Spezialitäten mit Bockshornklee kommt jedoch weder aus dem Orient noch aus Afrika: Südtiroler Vinschgauer, kleine Fladenbrötchen aus Sauerteig, bekommen durch Bockshornklee oder den eng verwandten Schabzigerklee ihren unverwechselbaren Geschmack, der perfekt mit den regionalen herzhaften Köstlichkeiten wie Speck und Kaminwurz harmoniert.

 

Herkunft

Autor des Textes

Benedikt Ernst

Nach einem prägenden Jahr in den Weinbergen Württembergs widmete sich Benedikt Ernst dem Studium der Ernährungswissenschaften in Kiel und Kopenhagen. Heute ist er als Autor in Sachen Kulinarik unterwegs und erkundet, wenn er nicht gerade Ukulele spielt, mit Verstand und Vergnügen die Gastro-Landschaft Hamburgs.

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Bockshornklee

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Würziges Aroma mit dezentem Duft nach Heu, passt zu Lamm-Curry, Käsezubereitungen, klassischer Bestandteil indischer Currymischungen, typisch für die ägyptische und äthiopische Küche

75 g

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